Kann es Generationengerechtigkeit bei der Altersvorsorge ohne Nutzung des Kapitalmarkts geben? Seit Jahren hat die Politik darauf keine befriedigende Antwort gegeben. Kann ein verstärktes Setzen auf den Kapitalmarkt die Lösung sein?
Die Initiative Minderheitsaktionäre hatte am 5. November 2025 zwei prominente Parlamentarier eingeladen, um gemeinsam mit den Teilnehmern dieses Kaminabends Wege zu diskutieren, wie Deutschland aus der demografischen Falle geführt werden kann.
Diese sind die finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Beck (MdB) und Kai Whittaker (MdB), Rentenexperte der CDU, die im ersten Teil des Gesprächs auch über die Frage sprachen, ob es eine Generationengerechtigkeit ohne Aktien überhaupt geben kann, was viele Experten verneinen.
Die Gesprächsführung übernahm die bekannte Börsenexpertin Sissi Hajtmanek.

Unser letzter parlamentarischer Kaminabend fand am 16. Oktober 2024 im Basecamp in der Mittelstraße 51-53 in Berlin Mitte statt.
Diesmal ging es um die neuen Pläne der Bundesregierung zur Altersvorsorge. Nachdem das Rentenpaket II im Gesetzgebungsverfahren ist, wird nun über eine grundlegende Änderung der privaten Altersvorsorge diskutiert.
Finanzminister Christian Lindner hat im September den Gesetzentwurf zum „Altersvorsorgedepot“ vorgestellt. Wir möchten uns im Rahmen unseres Kaminabends mit diesem neuen Vorschlag zur Förderung der privaten Altersvorsorge befassen.
Den Impulsvortrag übernahm der Präsident der ESMT (European School of Management and Technology), Prof. Jörg Rocholl PhD. Er ist auch der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Finanzministeriums. Auf dem Podium begrüßte unsere Moderatorin Sissi Hajtmanek dazu die Bundestagsabgeordnete Anja Schulz (FDP) sowie Cvetelina Todorova vom Fondsverband BVI.

Unser parlamentarischer Kaminabend am 16. Oktober 2024 beschäftigte sich mit dem drängenden Thema der Altersvorsorge. Speziell wurde über die Pläne der Ampelkoalition in Bezug auf das Rentenpaket II und Altersvorsorgedepot diskutiert.

Jörg Rocholl: Die deutsche Sparquote pro Kopf ist in Europa spitze, das Finanzvermögen pro Kopf jedoch nur im Mittelfeld - das heißt, die hohe Sparleistung führt nicht zu einem entsprechenden Vermögensaufbau.

Unter der Headline "Ist das Altersvorsorgedepot die neue Aktienrente?“ folgten die Teilnehmer zunächst einem Impulsvortrag von dem Präsidenten der ESMT (European School of Management and Technology), Prof. Jörg Rocholl.
PhD. Prof. Rocholl ist auch der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums.

Anja Schulz: Eine kürzliche Studie der Postbank ergab, dass 50% der Befragten sich vorstellen können, in die 3. Säule (private Altersvorsorge) zu investieren. Das ist ermutigend. Auch im Bundestag kann man einen zunehmenden Konsens erkennen, dass noch mehr getan werden muss, auch insbesondere Richtung Aktienrente, bzw. auch hin zu individualisierten Konten in der staatlichen Rente.
Jörg Rocholl: Wir bleiben bei der Vermögensbildung hinter unseren Möglichkeiten zurück. Dies ist ein “massives Kapitalallokationsproblem”! Es gibt zu wenig Vertrauen in den Kapitalmarkt, was teilweise auf nicht nachvollziehbaren Argumenten beruht.

Auf dem Podium begrüßte unsere Moderatorin Sissi Hajtmanek neben Prof. Rocholl auch die Bundestagsabgeordnete Anja Schulz von der FDP sowie Cvetelina Todorova, die Leiterin Altersvorsorgepolitik beim Fondsverband BVI.

Das Panel war sich weitgehend einig, dass die geplanten Maßnahmen, auch das Altersvorsorgedepot, sehr wichtig für die Stabilität und Sicherung der künftigen Rente sind. Robert Peres stellte die Ergebnisse der Forsa-Studie zum Thema Aktien und Altersvorsorge vor.
Auf dem Foto: v.l. Bernd Raffelhüschen, Alexander Hirte, Johannes Steiniger, Anja Schulz, Robert Peres, Arno Balzer.
Referent: Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (Universität Freiburg)
Im Namen der Initiative Minderheitsaktionäre e.V. hatten wir für den 15. November 2023 wieder zu einem "Parlamentarischen Kaminabend" nach Berlin eingeladen.
Wegen der Wichtigkeit des Themas stand die „Aktienrente“ wieder im Mittelpunkt unserer Diskussion. Diesmal mit dem reduzierten Ansatz der geplanten Querfinanzierung der Rentenkasse, die irgendwann ab 2035 einsetzen soll.
Unser Referent, Prof. Bernd Raffelhüschen, hat jedoch deutlich gemacht, dass die Pläne der Ampelregierung nicht weit genug gingen und damit eine spürbare Erleichterung der Bundeskasse nicht zu erreichen wären.
Dieses mittlerweile „Generationenkapital“ genannte Projekt sieht leider auch keine individuelle Vermögensbildung bei den Rentenversicherten, sondern einen mit Schulden finanzierten Kapitalstock vor. Besonders betroffen machten seine Ausführungen zur Boomer-Generation, die der kommenden Generation ein derart verfahrenes System überließe.
Unsere anschließende Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Anja Schulz (FDP) und Johannes Steiniger (CDU), sowie Alexander Hirte von der JU, beschäftigte sich deshalb meist auch um mögliche Lösungsvorschläge für das Problem und Optionen zur Ankurbelung privater Vorsorge.
Unser Moderator, Dr. Arno Balzer, brachte das Konzept der steuerbegünstigten Aktienkonten in den USA zur Sprache.
Diese Möglichkeit steht auch bei der Politik in der Diskussion, würde aber derzeit nicht genügend Unterstützung finden. Das Fazit des Abends lautete daher: ein Generationenkapital allein bietet keine ausreichende Sicherheit für die Rentner oder eine Entlastung der Steuerzahler.
Es ist daher dringend geboten, schnell private Vermögensbildung zu fördern und den Bürgern reinen Wein einzuschenken.
Die Altersvorsorge in Deutschland steuert mittelfristig auf einen Crash hin.
Insbesondere die Säule der gesetzlichen Rentenversicherung zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Die Zahlen sind erschütternd: im letzten Jahr überstieg der Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung bereits die Marke von 100 Milliarden Euro.
Schon in wenigen Jahren werden zwei Beitragszahler einen Rentner finanzieren müssen. Berechnungen zeigen, dass wenn nicht eingegriffen wird, der Bundeshaushalt 2050 zu knapp 60 Prozent von Rentenzahlungen aufgefressen werden wird. Diese Erkenntnisse sind aber leider nicht neu. Die demografische Entwicklung war bereits vor 30 Jahren absehbar, denn seitdem gab es sukzessive Leistungseinschränkungen bei einem bis dahin sehr komfortablen System. Die Einführung der Riester-Rente in 2001 sollte Abhilfe schaffen.
Erstmals wurde das Prinzip der Umlagefinanzierung angetastet: die sog. „Riester-Rente“ sollte als kapitalmarktabhängige (geförderte) Alterssicherung die gesetzliche Rente partiell ersetzen. Das Ziel den demografischen Wandel damit auszugleichen, wurde jedoch verfehlt, weil das Produkt teuer und umständlich ist. Dazu Gerhard Schick, Bürgerbewegung Finanzwende, in 2021: „Die Riester-Rente ist gescheitert. 20 Jahre lang wurde damit Rentenpolitik für die Versicherungslobby gemacht. Jetzt muss Schluss sein. Es braucht ein einfaches und kostengünstiges Vorsorgeangebot für die Bürger.“
Auf Betreiben der FDP wurde daher im Koalitionsvertrag der Ampelregierung der Einstieg in die Aktienrente beschlossen. Die Regierung will nun zur langfristigen Stabilisierung von Rentenniveau und Rentenbeitragssatz in eine „teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung einsteigen”. Dies soll über einen dauerhaften Fonds geschehen, der global anlegt und „von einer unabhängigen öffentlich-rechtlichen Stelle professionell verwaltet” wird. Der Vorschlag der Koalition sieht nun vor, dass zunächst ein Kapitalstock von 10 Milliarden Euro an der Börse investiert werden soll. Langfristig gesehen soll sich diese im Verhältnis doch sehr geringe Summe dann erhöhen.
Die Initiative Minderheitsaktionäre hatte am 1. März 2023 in Berlin zum Thema „Aktienrente“ zu einem Parlamentarischen Kaminabend eingeladen, um über die Chancen eines kapitalbasierten Rentenelements zu diskutieren. In seinem Eingangsreferat stellte Prof. Jörg Rocholl von der ESMT (European School of Management and Technology) Beispiele anderer Länder vor, die bereits vor vielen Jahren Fondsangebote in ihre Rentenpolitik eingebaut hatten, etwa das schwedische Modell. Auf lange Frist führe ein reines Umlagesystem zu entweder einem Absenken des Rentenniveaus oder einem weiteren Steigen des Bundeszuschusses.
Insofern sei die Einführung einer Aktienrente folgerichtig. Dies hatte so auch der unabhängige Wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums in einem Gutachten bestätigt, dem Prof. Rocholl vorsitzt. Demnach sei eine Aktienrente ein Mittel das Rentensystem zukunftssicher und generationengerecht zu gestalten.
An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Prof. Rocholl, PhD, auch Sepp Müller (CDU), MdB und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, sowie Moderator Dr. Arno Balzer teil. Dr. Florian Toncar (FDP), MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, war für die Diskussionsteil vorgesehen, war aber wegen einer Sitzung des Haushaltsausschusses verspätet. Herr Dr. Toncar berichtete über den Stand der Dinge bei der Aktienrente und beantwortete noch einige Fragen der Teilnehmer.
Unser Kaminabend hat die Dringlichkeit der Reform des Rentensystems bestätigt.
Die aktuellen Pläne der Regierungskoalition sehen einen allzu moderaten Start vor, Gewinne des dafür einzurichtenden Fonds würden die Rentenkasse nicht vor 2035 entlasten. Diese geplante "Aktienrücklage" sieht bisher keine individuelle Vermögensbildung bei den Rentenversicherten vor. Dies sei aber noch nicht vom Tisch, wie Dr. Toncar versicherte. MdB Müller wies darauf hin, dass ein frühzeitiger Beginn der individuellen Kapitalanlage durch den Staat gefördert werden solle, was sich später durch langfristige Zinseffekte mindernd auf die Bezuschussung der Rente auswirken würde.
Dabei sind alle Grundvoraussetzungen für eine Aktienrente mit individueller Vermögensbildung gegeben. Das Grundvertrauen in den Kapitalmarkt sowie in die Effizienz der Kreditmärkte ist in Deutschland grundsätzlich gegeben, auch wenn es in der Vergangenheit zu einigen Finanzskandalen gekommen sei, Stichwort Wirecard. Ein Staatsfonds mit Opt-out Möglichkeit, der so politikfern wie möglich aufgestellt ist, würde dieses Vertrauen stärken.
Um eine breite Akzeptanz der Öffentlichkeit zu erreichen, wird es umfangreicher und klarer Kommunikation bedürfen. Stichwort: finanzielle Bildung. Das Bundesfinanzministerium und das Bundesbildungsministerium haben gerade Eckpunkte für eine Verbesserung der Finanzbildung in Deutschland vorgelegt. Der Koalitionsvertrag trug die Überschrift „Mehr Fortschritt wagen“. Der Bürger sollte das auch im Bereich der Altersvorsorge spüren
Termin: Montag, der 26. April 2021, 14.00 - 15.30 Uhr.
Moderation der Veranstaltung wird von n-tv-Börsenexpertin Katja Dofel übernommen.
In zwei virtuellen Panel-Diskussionen beleuchten und diskutieren wir den Status Quo und die Zukunft der virtuellen Hauptversammlung sowie das Thema Unternehmensbewertung bei Delistings und Squeeze-Outs und was wir von der nächsten Legislaturperiode erwarten.
Die Veranstaltung wird Robert Peres, Vorstandsvorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, mit einem Impulsvortrag „Aktionäre in Deutschland nicht willkommen?“ eröffnen.
Panel 1: Die Zukunft der Minderheitsrechte in der Aktiengesellschaft und die virtuelle Hauptversammlung
Panel 2: Unternehmensbewertung bei Delistings und Squeeze-Outs
Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay
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Das World Economic Forum (WEF) hatte Deutschland kurz zuvor ein schlechtes Zeugnis beim Minderheitenschutz ausgestellt und „Handlungsbedarf“ angemahnt. Bemerkenswert war, dass just am Tag unserer Veranstaltung das Umsetzungsgesetz zur 2. EU-Aktionärs...
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